KLETTERN IN DER MITTERNACHTSSONNE




 

Lofoten, 7. August, das übliche "Scheißwetter"!.

Gestern haben wir dem Stetind den Gipfel "geraubt", dem Cervino Norwegens, kalt und feucht, ein Aufstieg unter wirklich schlechten Bedingungen. Aber oben auf dem Gipfel sind die Wolken aufgerissen und der Anblick der vielen Tausend Fjorde und Inseln tief unter uns war wirklich großartig..

Wir standen auf dem Gipfel der Welt..

Eine aus technischer Sicht einfache Route, die aber viel Spaß gemacht hat. Jetzt stehen wir unter der Säule des Presten, einer der schönsten Wände in der Umgebung von Svolver, ich und Mauro versuchen eingemummelt in unsere Daunenjacken den Verlauf der Route auszumachen, die wir gerne erklettern würden. Das Wetter bleibt auch weiterhin schlecht mit Nieselregen und einem kalten Wind, bei dem man es sich am liebsten in einer Bar gemütlich machen würde..

Wir gehen es trotzdem an. Die Idee ist, die ersten 3 oder 4 Seillängen zu machen und dann mal zu schauen, wie das mit dem Abstieg klappt. Je weiter wir aufsteigen, desto mehr bekommen wir den Eindruck, dass das Wetter doch noch besser wird, und das Licht ist stellenweise wirklich fantastisch. Die Landschaft ist atemberaubend, aber mittlerweile ist es halb neun abends und die Sonne hat Mühe, hier und zu dieser Uhrzeit hinter dem Horizont zu versinken, sodass wir von den silbernen Reflexen des Wassers beleuchtet werden..

Um neun erreichen wir den Gipfel, der Himmel am Horizont klart erneut auf und gibt den Blick auf eine unglaubliche Sonne frei, die uns in ein verrücktes grünes Licht taucht, das uns auf unserem Abstieg begleitet und sich einfach nicht vom Fotoapparat festhalten lassen will..

Traumhaft! Das alleine rechtfertigt schon eine so lange Reise.