VERTIKALES PAKISTAN




 

KIRIS PEAK (5428m)

Ich stehe unter unserem Ziel und die Wand, von der wir glaubten, dass wir sie mit klassischen Systemen besteigen könnten, türmt sich massiv über unseren Köpfen auf. Unglaublich große Granitplatten, die eher an einen Capitan als an einen Gran Capucin erinnern, wie wir eigentlich dachten. Es gibt keine Spalten, die nicht von absolut glatten Abschnitten unterbrochen sind, und dazu kommt noch das Wasser, das genau an den Stellen, die vielleicht Griffmöglichkeiten bieten könnten, die Wand hinabrinnt. Aber die Wand ist faszinierend und anregend, der Einstieg ist relativ einfach und das Wetter scheint uns wohlgesonnen zu sein. Als ich die Ausrüstung vorbereite, dreht es mit den Magen um. Ich hasse Komplikationen gleich welcher Art, ich liebe es, mit zehn Expressen zu klettern, aber hier sieht die Sache anders aus und jeder Fehler bei der Organisation kann uns teuer zu stehen kommen... Mir bleibt nichts anders übrig, als mich an die Situation anzupassen und von den Dolomiten zu träumen.Manchmal frage ich mich, was ich hier eigentlich tue. Ich bin wirklich in einer glücklichen Lage, denn ich kann die einfachen und bequemen Dinge genießen, wie das Klettern in den Wänden zu Hause, in den großen Wänden der Dolomiten oder einfache Seillängen in Kletterwänden. Ich hasse lange Anreisen, die Kälte und Unbequemlichkeiten... warum um alles in der Welt bin ich also in dieses einsame Tal am anderen Ende der Welt gekommen? Das bleibt ein Geheimnis.Der Einstieg und die Aufstiegslinie sehen einfach aus, eine banale Rampe führt uns unter die Platte, an der bereits seit dem Morgen das Wasser herunterläuft. Maurizio steigt ein paar Meter auf, aber ein paar Meter glatter Fels über ihm lassen ihm keine große Wahl. Mit einem Bohrer wäre es ein Spaziergang, aber so ist es Qual. Für mich und vermutlich auch für meine Begleiter wäre die Sache hier zu Ende gewesen, aber Maurizio ist ein Dickkopf und setzt sich durch und Haken um Haken, unter großen Anstrengungen und mit ein paar "Faletti"-Pendeln erreichen wir Stunden später einen kleinen Absatz über der Platte. Von hier aus ist alles einfacher, auch wenn noch ein paar Ungewissheiten bleiben.Zwei Tage später liegt Cristiano mit Erbrechen, Durchfall und entsprechend schlechter Laune "flach". Andrea bleibt bei ihm. Ich breche zusammen mit Maurizio und Massimo auf, der Himmel ist heiter und wir haben keine Zeit zu verlieren, die Sonne scheint und das Wetter ist fantastisch. Wir steigen schnell mit ein paar Seillängen zu dem kleinen Absatz über der verfluchten Platte auf. Eine Reihe "erträglicher", wenn auch nicht einfacher Seillängen bringt uns weiter hinauf, bis wir ca. ein Drittel der Wand geschafft haben. Von hier aus sieht der Abschnitt, der noch vor uns liegt, bewältigbar aus, auch wenn das ganze Wasser nicht gerade unsere Stimmung hebt. Die Seile, die wir dabei haben, reichen gerade eben für den Abstieg aus und die Sonne ist verschwunden, wir ziehen unsere Daunenjacken an und steigen ab, aber morgen geht unsere Reise ohne die "Nabelschnüre" weiter. Bei Sonnenaufgang geht es mir schlecht, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und bleibe im Zelt auf dem Eis zurück. Meine Freunde machen sich an den Aufstieg und erreichen nach drei Tagen den Gipfel.

 

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