EISKERNBOHRUNGEN AM MONTE ROSA-MASSIV ABGESCHLOSSEN

 

 

Erfolgreiche Mission des internationalen Ice Memory Projektes am Monte Rosa-Massiv. Während ihres fünftägigen Einsatzes auf dem Gornergletscher auf 4.500 m.ü.M. gelang es den Wissenschaftlern, zwei Eiskerne an der Oberfläche des Gletschers und zwei weitere Eiskerne in einer Tiefe von über 82 Metern zu entnehmen. In dem Segment, das sich am dichtesten bei den Felsen befindet, könnte die Eisprobe Hinweise über das Klima und die Umwelt der vergangenen 10.000 Jahre enthalten. Sollten die Analysen das bestätigen, würde dies bedeuten, dass das älteste Eis der Alpen in der Antarktis konserviert wird!

Ice Memory ist ein internationales Programm, dessen Ziel es ist, für die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte ein bedeutendes Archiv unserer Klima- und Umweltgeschichte anzulegen. Karpos ist stolz darauf, dieses wichtige Projekt zu unterstützen.

 

Ziel des internationalen Projekts Ice memory, das von den nationalen Kommissionen der UNESCO in Frankreich und Italien anerkannt und gefördert wird, ist es, sogenannte Eiskernbohrungen an den bedeutendsten Gletschern dieser Erde, die durch die globale Erderwärmung vom Abschmelzen bedroht sind, vorzunehmen. Die Gebirgsregionen auf unserem Planeten reagieren bekanntlich besonders empfindlich auf den Klimawandel. Nach aktuellen Angaben sagen Wissenschaftler das Verschwinden der meisten über 3600 Meter hoch gelegenen Gletscher in den Alpen bis zum Jahr 2100 voraus.

Die Untersuchungen der Eisbohrkerne ermöglichen es uns, unser Klima und unsere Umwelt besser zu verstehen. Sie liefern uns grundlegende Angaben über umfangreiche, physikalische Zusammenhänge und wichtige Hinweise auf die Dringlichkeit, die Folgen des Klimawandels zu überwachen und zu mindern. In jeder einzelnen Eisschicht nämlich sind Informationen über das Klima und das Ökosystem der Vergangenheit eingeschlossen, die es uns ermöglichen, wichtige Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Erdatmosphäre zu gewinnen und Rückschlüsse auf klimatische Entwicklungen zu ziehen.

 

 

 

Neben den bekannten Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die Umwelt und das alpine Ökosystem, verlieren wir mit der Gletscherschmelze auch ein bedeutendes Archiv unserer Klimageschichte. Je nach Gletscher gehen Informationen von mehreren Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden verloren. Die Geschichte unserer Alpen, unserer Berge und ihrer Bewohner ist im Eis eingeschlossen, so, als wären die Eiskristalle die Seiten eines einzigartigen, antiquierten Manuskripts, das in einer eisigen Bibliothek aufbewahrt wird.


Das Projekt Ice memory wurde ins Leben gerufen, um den Verlust umfangreicher und wichtiger Informationen zu verhindern, die wiederum nötig sind, den Klimawandel zu erforschen. Die entnommenen Eisbohrkerne werden in die Antarktis, die kälteste Gegend auf der ganzen Erde, gebracht. Dort werden sie auf dem italienisch-französischen Stützpunkt Concordia, der im antarktischen Plateau auf über 3200 m.ü.M. liegt, in einer Schneehöhle gelagert. Bei einer jährlichen Durchschnittstemperatur von -54,5°C gilt dieser Ort als zuverlässigster (und natürlichster!) Gefrierschrank der Welt. Dieses Projekt ist eine wahrhafte Mission und, mittlerweile, ein regelrechter Wettlauf mit der Zeit.

 

 

Das Projekt steht in Italien unter der Leitung des Polar Instituts (Istituto delle Scienze Polari) des Internationalen Forschungsrates und der Universität Ca' Foscari von Venedig sowie dem Nationalen Antarktisforschungsprojekt (PNRA). Auf internationaler Ebene sind daran die Fondation Université Grenoble Alpes (FR), das Centre National de la Recherche scientifique (CNRS), das französische National Research Institute for Sustainable Development (IRD), das französische Polarinstitut Paul-Emile-Victor (IPEV) sowie das schweizer Paul Scherrer Institut (PSI) beteiligt.